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fragen_und_antworten:wer_hat_ihnen_was_zu_sagen

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Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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fragen_und_antworten:wer_hat_ihnen_was_zu_sagen [2012/10/01 08:55] (aktuell)
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 +**Wer hat  Ihnen was zu sagen? ** 
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 +(aktualisiert 25.05.2007)
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 +Was die Frage soll? - Ganz einfach, auch Dienstvorgesetzte ​ haben nur bestimmte Verantwortungsbereiche.
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 +An dieser Stelle mal wieder eine Faustregel:
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 +//Jeder Chef ist nur für sein Revier verantwortlich.// ​
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 +Innerhalb diesem obliegt ihm sowohl die fachliche als auch  die dienstrechtliche Aufsicht. Er hat zu verantworten,​ dass "sein Laden  läuft."​ Dafür ist er mit dem sogenannten "​Direktionsrecht" ​ ausgestattet. Dieses Direktionsrecht versetzt ihn in die Lage, seinen ​ Unterstellten Arbeitsaufgaben zuzuweisen und Termine bis zu deren Erledigung ​ vorzugeben. Allerdings muss er sich bei der Ausübung dieses Direktionsrechts im  Rahmen der gesetzlichen,​ tariflichen und betriebsintern vereinbarten ​ (Dienstvereinbarungen) Bestimmungen bewegen.
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 +Das zwingt den Vorgesetzten,​ sich mit solchen Fragen zu  beschäftigen,​ wie
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 +//​Sind ​ die Unterstellten in der fachlichen Lage, die übertragenen Arbeitsaufgaben zu  erfüllen, d. h. besitzen sie die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen -  sind ggf. Weiterbildungen / Zusatzausbildungen usw. notwendig?// ​
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 +oder
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 +//​Können ​ die gestellten Arbeitsaufgaben objektiv betrachtet innerhalb der geforderten ​ Terminsetzung auch erledigt werden, ohne gegen gesetzliche Bestimmungen bzw.  Tarifverträge zu verstoßen? - In welchen Abhängigkeiten zu anderen Bereichen ​ stehen die betroffenen Arbeitnehmer dabei?// ​
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 +Der verantwortungsvolle Leiter klassifiziert sich somit nicht  nur durch die Wahrnehmung seiner Weisungs- und Kontrollfunktion,​ sondern auch  durch geschicktes Management in der Personalentwicklung seiner ​ Verantwortungsbereichs.
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 +Wird die fachliche Verantwortung des Chefs und in diesem ​ Zusammenhang sein Weisungsrecht im Regelfall zweifelsfrei sein, so finden sich  bei der Umsetzung des dienstrechtlichen Direktionsrechts enge Grenzen.
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 +Im öffentlichen Dienst (auch unsere A.ö.R. zählt dazu) ist in dieser Hinsicht fast alles  rechtlich geregelt - sei es durch Gesetze, Tarifverträge,​ Dienstvereinbarungen ​ oder das sogenannte Richterrecht,​ also die herrschende Rechtsprechung.
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 +Deshalb bleibt dem Vorgesetzten rechtlich im Regelfall kaum  ein persönlicher Ermessensspielraum. Er übt dienstrechtlich in erster Linie  eine Kontroll- und Steuerfunktion aus. Stellt er einen Verstoß gegen die  arbeitsvertraglichen Pflichten oder Nebenpflichten durch einen Arbeitnehmer ​ fest, muss er - soweit möglich und angemessen - die Ursache ergründen und dem Geschäftsbereich Personal gegenüber anzeigen. Dort wird dann (ggf. unter Einbeziehung ​ der Rechtsabteilung) über den weiteren Fortgang entschieden.
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 +Im Klartext: **Der Geschäftsbereichsleiter Personal ​ entscheidet** - nach Anhörung des Mitarbeiters - ob z. B. ein Fehlverhalten ​ abmahnungs- oder kündigungswürdig ist, **nicht ​ Ihr Chef, Oberschwester,​ Abteilungsleiter … ** 
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 +Warum das so ist? - Weil eben die beiderseitigen ​ Rechtsansprüche aus dem Arbeitsvertrag im öffentlichen Dienst sehr weit und  umfassend geregelt sind. Deshalb ist es auch keinem Chef bzw. Chefin zuzumuten, ​ dass sie neben ihrer Fachkompetenz in alle geheimen Winkel des Arbeitsrechts ​ eingeweiht sind.
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 +Die Mitarbeiter haben in der Folge des Hochschulmedizingesetzes einen Arbeitsvertrag mit dem Universitätsklinikum Magdeburg ​ (Anstalt öffentlichen Rechts) und nicht mit dem Chef "​xyz"​.
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 +Darum kann beispielsweise ​ ein Klinik- oder Institutsleiter,​ wenn er feststellt, dass die zeitliche Lage  der Arbeitszeit seiner Mitarbeiter für die Erbringung der Arbeitsleistung ​ ungünstig ist, nicht kurzerhand diese einfach ändern. Er muss sich vielmehr ​ mit einem begründeten Antrag an den Geschäftsbereichsleiter Personal wenden. Dieser ​ entscheidet dann nach Rücksprache mit den weiter zu beteiligenden Gremien (z.B.  KliVo, ÄD, DPD, PR usw.) unter der Maßgabe der rechtlichen Bestimmungen.
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 +Soweit die Theorie - sie beschreibt den formalrechtlichen ​ Anspruch, den Sie als Arbeitnehmer im Umgang mit ihren Rechten und Pflichten ​ haben.
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 +Leider hören wir aber auch immer wieder von Fällen, in  denen diese Spielregeln nicht eingehalten werden -**kommen Sie im Zweifelsfall ​ zu  ihrem Personalrat**.
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fragen_und_antworten/wer_hat_ihnen_was_zu_sagen.txt · Zuletzt geändert: 2012/10/01 08:55 (Externe Bearbeitung)