Interesse am Tanz- oder Ausdauertraining?

22.12.2011 -  

Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Instituts für Sportwissenschaft (ISPW der OVGU) und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) soll der Effekt sportlicher Übungsprogramme auf die körperliche und geistige Fitness untersucht werden.

Die Wissenschaftler wollen in einer Studie unterhaltsame Tanzprogramme in der Gemeinschaft einem individuell gestaltetem Fahrradergometer-Training gegenüberstellen und Auswirkungen der unterschiedlichen Trainingsprogramme auf die körperliche und geistige Fitness bei Senioren untersuchen.

Zu diesem Zweck werden sportlich bisher inaktive Probanden im Alter von 65 - 75 Jahren gesucht, die im Zeitraum von Februar bis August 2012 zweimal wöchentlich entweder an einem Tanz- oder Ausdauertraining teilnehmen. Es wird betont, dass keine Paartänze geübt werden.

Nach eingehenden Untersuchungen und Tests werden speziell konzipierte Bewegungsprogramme durch geschulte Übungsleiter vermittelt und trainiert. Die Studie umfasst Vor-, Zwischen- und Nachuntersuchungen. Sie wird durch kardiologische sowie neurologische Untersuchungen begleitet. Des Weiteren werden kernspintomografische Aufnahmen (MRT) vom Kopf angefertigt.

Für die Teilnahme am Projekt sind verschiedene Bedingungen zu erfüllen, die zu nachfolgenden Ausschlusskriterien führen: Metallimplantate (Herzschrittmacher, Knie-TEP, Hüft-TEP, Zahnschrauben), Tätowierungen, Tinnitus, Platzangst, Einnahme zentral-nervös wirkender Medikamente gegen Depressionen, Epilepsie, Demenz, Schlafstörungen.

Die Teilnahme an der Studie ist kostenfrei. Interessenten können sich montags und donnerstags von 11.00 bis 17.00 Uhr im Institut für Sportwissenschaft der Universität Magdeburg unter der Telefonnummer 0391- 67 16682 melden.

Hintergrund

Eine älter werdende Gesellschaft und die damit verbundenen Probleme und Risiken, insbesondere die Zunahme von Demenzerkrankungen gehören zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, besonders für die Gesundheitsforschung. Es ist bekannt, dass durch eine aktive Lebensweise der Erhalt physischer und kognitiver Fähigkeiten positiv beeinflusst werden kann.

Daher sollten wesentliche kognitive Funktionen sowie Kompetenzen der Bewegungskoordination möglichst bis ins hohe Alter trainiert werden. Durch eine Vielzahl von Studien wird bestätigt, dass Laufen, Radfahren, Tanzen usw. die körperliche Leistungsfähigkeit älterer Menschen verbessern. So konnte am Institut für Sportwissenschaft (ISPW) der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg durch eine 16-monatige Studie zur Altersfitness durch Tanzen nachgewiesen werden, dass das psychosoziale Befinden einen hohen Stellenwert für die Altersfitness hat und dass durch anspruchsvolle Bewegungsprogramme mit Musik eine signifikante Steigerung der kognitiven und motorischen Fähigkeiten erreicht werden konnte.

In Bezug auf die flüssige Intelligenz, die maßgebend für die eine schnelle Informationsverarbeitung ist, aber einem altersbedingten Verlust unterliegt, konnte bei tanzenden Senioren eine Steigerung erreicht werden. Infolgedessen wurde die Gedächtnisleistung insgesamt verbessert.

Letzte Änderung: 11.12.2017 - Ansprechpartner:

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