Was vermag die molekulare Bildgebung in der Demenzdiagnostik?

06.11.2014 -  

Am 12. November 2014 startet eine neue interdisziplinäre Fortbildungsreihe „Molekulare Bildgebung und Therapie“ der Universitätsmedizin Magdeburg im 60. Jahr ihres Bestehens. “Unser Anliegen ist es, Einblicke zu vermitteln in eines der spannendsten und vielleicht auch innovativsten Teilgebiete der medizinischen Bildgebung und Therapie, in dem wir, z. B. mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) molekulare, biochemische und zelluläre Vorgänge im Körper visuell darstellen können“, informiert einer der Initiatoren, Prof. Dr. Holger Amthauer, Leiter des Bereiches Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Magdeburg. „Bei der Auftaktveranstaltung werden wir mit Experten aus der Neurologie und Nuklearmedizin die Bedeutung der Tau- und Amyloid-PET in der klinischen Demenzdiagnostik diskutieren. Als neurowissenschaftlicher Forschungsstandort war es naheliegend, für den Start der Fortbildungsreihe als thematischen Schwerpunkt den Gedächtnisverlust zu wählen.“

Bereits heute sind in Deutschland etwa 1,3 Millionen Menschen hiervon betroffen. Die medizinischen Möglichkeiten zur Behandlung des Gedächtnisverlustes sind gegenwärtig im Wesentlichen auf die Verbesserung oder zumindest die Erhaltung der Lebensqualität für Patienten und deren Familien begrenzt. Prof. Amthauer: „Daher geht es in unserem wissenschaftlichen Fokus um Untersuchungen, die aufdecken können, welche molekularen und zellulären Prozesse letztlich den Zelltod bei degenerativen Hirnerkrankungen verursachen, um so Angriffspunkte für kausale Therapien erforschen zu können.“ Die am häufigsten vorkommende Form, die Alzheimer-Demenz, entwickelt sich über einen Zeitraum von ungefähr zwei Jahrzehnten. Das erfordert eine Diagnostik lange vor Ausbruch bzw. Manifestierung der Symptome.

Molekulare Bildgebung und Therapie-Fortbildung-12-Nov 2014-FotoDie molekulare Bildgebung kann helfen, die Krankheit früh zu diagnostizieren und eine rechtzeitige Diagnose ist wiederum Voraussetzung für die Entwicklung präventiver Behandlungen, die einen Funktionsausfall oder sogar das Absterben der Nervenzellen verhindern können. Mittels Tau- und Amyloid-PET ist es möglich, in-vivo neuropathologische Veränderungen darzustellen. Prof. Amthauer: „Diese Innovation möchten wir bei unserem Treffen vorstellen, an klinischen Beispielen erörtern und den möglichen Stellenwert diskutieren.“ Der Umgang mit demenziellen Erkrankungen stellt in den nächsten Jahren eine weiter zunehmende gesellschaftliche Herausforderung dar.

Für das Sommersemester 2015 ist die nächste Veranstaltung zur molekularen Bildgebung und Therapie geplant. Im Mittelpunkt wird dann das Prostatakarzinom mit Referenten aus der Urologie, der Strahlentherapie und der Nuklearmedizin stehen.

Die erste Veranstaltung der neuen interdisziplinären Fortbildungsreihe „Molekulare Bildgebung und Therapie“ findet am Mittwoch, 12. November, von 16.30 bis 19 Uhr im Hörsaal, Haus 10 auf dem Campus des Uniklinikums, Leipziger Straße 44, statt.