Wie entsteht eine Schizophrenie?

12.06.2014 -  

Am Mittwoch, dem 18. Juni 2014, lädt die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie um 17.00 Uhr zu einem öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Dr. Hannelore Ehrenreich mit dem Titel „Genetik mentaler Erkrankungen: Anstoß zum Umdenken“ ein. Die Professorin für Neurologie und Psychiatrie wird in ihrem Vortrag aktuelle Untersuchungen zur Ursachenforschung von Schizophrenien vorstellen. Die Gastreferentin leitet am Göttinger Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin die Arbeitsgruppe Klinische Neurowissenschaften.

Die Veranstaltung findet im Zentralen Hörsaal (Haus 22) auf dem Gelände des Universitätsklinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44, statt. Angesprochen sind niedergelassene und klinisch tätige Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten, Mitarbeiter sozialer Dienste, Angehörige und die interessierte Öffentlichkeit. 

ZHSchizophrenien werden rein klinisch diagnostiziert. Die biologische Basis dieses Krankheitsbildes, wie auch der meisten anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen, ist noch immer völlig unklar. Genetische Studien haben interessante Hinweise erbracht, jedoch nicht zur Identifizierung von Krankheitsgenen im eigentlichen Sinne geführt. Im Gegenteil: Es wird immer wahrscheinlicher, dass die unterschiedlichsten Geneinflüsse im Zusammenwirken mit mannigfaltigen Umweltfaktoren Schizophrenien auslösen können, getreu dem Motto: „Viele Wege führen nach Rom…“.

Daher sind neue Strategien erforderlich, die bessere Einblicke in die Zusammenhänge zwischen einer genetischen Veranlagung und dem tatsächlichen Auftreten der Erkrankung erlauben. Als Beispiel werden sogenannte PGAS (phänotyp-basierte genetische Assoziationsstudien) im Vortrag vorgestellt, die in Göttingen durchgeführt wurden. Diese Ansätze scheinen insbesondere bei der biologischen Charakterisierung von Subgruppen der Schizophrenien als vielversprechend.